Fernsehtipp

ZDF: Ich habe es Dir nie erzählt

Sender: 
ZDF
Sendezeit: 
Mo, 26/09/2011 20:15

Carla, geschieden, lebt zusammen mit ihrer 14-jährigen Tochter Eva in München. In ihrer Freizeit spielt sie Akkordeon in einem Orchester. Ihr Ex- Mann hat sie wegen einer Jüngeren verlassen. Erst als sie sich in den neuen Hausmeister der Schule ihrer Tochter verliebt, bröckelt ihre Fassade.

Andi, der neue Hausmeister, ist Vater einer fünfjährigen Tochter, Lucy. Carla und er lernen sich über das Orchester kennen, Andi wird dort Mitglied. Seit er seinen Job als EDV-Fachmann verloren hat und Frau und Kind ihn verlassen haben, plagen ihn finanzielle Sorgen. Er kann den Unterhalt für Lucy nicht bezahlen und ist mit Forderungen im Rückstand.

Emotionale Achterbahn

Seine Ex-Frau will das alleinige Sorgerecht einklagen. Carla gerät in eine emotionale Achterbahn, als sie anfängt, ihren Gefühlspanzer abzulegen. Sie hat sich ausgerechnet in einen Mann verliebt, dem sie bald auch als Gerichtsvollzieherin gegenüber steht. So steuert sie auf eine dramatische Entscheidung zu, die ihr neugewonnenes, fragiles Glück bedroht.

"Ich habe es dir nie erzählt" ist ein eindringliches Porträt einer Gerichtsvollzieherin, das sowohl den harten Berufsalltag als auch die Alltagsquerelen mit der pubertierenden Tochter realitätsnah erzählt - und eine Liebesgeschichte mitten aus dem Leben. Die ausgezeichnete Autorin Britta Stöckle schildert Menschen von nebenan mit Wärme, mit ihren Ängsten und Widersprüchen und mit genauem Blick fürs Wesentliche auch im Kleinen.

Kein dunkles Sozialdrama

Die Inszenierung von Johannes Fabrick verleiht der zwischen Lovestory und Drama oszillierenden Geschichte eine komplexe Authentizität. Er gibt der Seelentiefe der Figuren Raum und animiert die Akteure, mutig und ehrlich zu agieren. Barbara Auer und Roeland Wiesnekker spielen wahrhaftig und berührend. So ist kein dunkles Sozialdrama entstanden, sondern ein gefühlvoller und kraftvoller Fernsehfilm mit vielen hellen Momenten und mit einer Musik, die die Buntheit des Lebens unterstreicht.

In der ZDF-Mediathek anschauen.

(Quelle: ZDF, siehe dazu: "Dämonen im Doppel", Mitteldeutsche Zeitung)