Auch Alkohol mitschuldig

Volkskrankheit: In Bayern leiden 650.000 Menschen an einer Schlafstörung

In Bayern leiden rund 650.000 Menschen (bundesweit über vier Millionen) an einer Schlafstörung, so die Techniker Krankenkasse (TK). Jeder zweite Betroffene ist zwischen 40 und 69 Jahre alt. Psychische Belastungen wie Stress, aber auch mangelnde Bewegung, Alkohol-, Nikotin- und Koffeingenuss können Schlafstörungen verursachen. Weitere Gründe sind körperliche Krankheiten oder nächtlicher Lärm, wie ein schnarchender Bettnachbar.

Annette Bleher, Präventionsberaterin bei der TK, rät in Seitenlage oder zumindest mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen, da die Schlafposition das Schnarchen beeinflusst. Auch sollte Alkohol mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen tabu sein. Er lässt im Schlaf die Muskeln erschlaffen und die Atmung zurückgehen, wodurch das Schnarchen verstärkt wird. "Weitere Tricks wie Entspannungstechniken, Koffeinverzicht, ein leichtes Abendessen, Spaziergänge und ein gut gelüftetes Schlafzimmer helfen, um in den Schlaf zu finden", sagt Bleher. Schlaftabletten sollten nur vorübergehende Begleiter sein. Dennoch greifen im Freistaat nach Angaben der TK jedes Jahr mehr als 200.000 Menschen zu Schlafmitteln, die Hälfte ist älter als 60 Jahre.

Die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln ist laut Bleher gerade gefährlich, wenn der Wirkstoff nicht immer über Nacht vollständig abgebaut wird. "Die Betroffenen sind tagsüber müde, das Reaktionsvermögen ist herabgesetzt. Man spricht daher vom so genannten Hang-over-Effekt. Gerade bei älteren Menschen erhöht dies die Gefahr von Stürzen und Unfällen", so die TK-Expertin.
(Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Bayern)