Schweiz

Interkantonale Studie zur Wirksamkeit der ambulanten Alkoholbehandlung

Jedes Jahr lassen sich in der Schweiz mehrere tausend Personen mit Alkoholprob- lemen erfolgreich bei einer ambulanten Suchthilfestelle beraten. Bisher fehlten aber wissenschaftlich fundierte Aussagen dazu. Aus diesem Grund führen Fachstellen der Kantone Aargau, Bern und Zürich erstmals eine interkantonale Katamnese-Studie durch, welche die Wirksamkeit der ambulanten Suchtbehandlung im Bereich Alkohol aufzeigen soll.

Der Alkoholkonsum der Schweizer Bevölkerung bewegt sich seit Jahren auf hohem Ni- veau: Rund eine Million Menschen konsumieren Alkohol auf eine Art und Weise, mit der sie sich gesundheitlich schaden und die Gesellschaft belasten 250 000 bis 300 000 dieser Personen sind alkoholabhängig oder zumindest stark alkoholgefährdet  3300 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Alkohol. Die Anzahl der alkoholbedingten Verkehrsun- fälle hat in den letzten drei Jahren zugenommen. Diese Zahlen und Fakten zeigen, dass riskanter und schädlicher Alkoholkonsum enorme volkswirtschaftliche Kosten verursacht und bei den Betroffenen und ihrem sozialen Umfeld grosses Leid auslöst.
 
Der Behandlungsbedarf ist somit gross. Gleichzeitig stellt sich aber immer wieder die Frage nach der Wirkung von psychosozialen, ambulanten Beratungen.  Auch für die Beratungs- stellen selbst steht diese Frage im Zusammenhang mit der Knappheit der finanziellen Res- sourcen und dem möglichst effizienten und effektiven Einsatz dieser Mittel im Fokus. 
                                      
Die Aargauische Stiftung Suchthilfe ags, das Beratungszentrum Bezirk Baden, die Stiftung Berner Gesundheit und die Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme wollen nun klare Ant- worten auf diese Frage: Während drei Jahren werden sie ihre Behandlungen überprüfen und eine interkantonale Katamnese-Studie durchführen. Ziel des Projekts sind wissen- schaftlich fundierte Aussagen über die Wirksamkeit ambulanter Suchtbehandlungen im Bereich Alkohol. Rund 1500 Klientinnen und Klienten aus den vier Suchtberatungsinstituti- onen sollen zur Studienteilnahme gewonnen werden. Die teilnehmenden Personen werden bei Behandlungsbeginn und –abschluss sowie sechs und zwölf Monate danach zu ihrem Alkoholkonsum und ihrem Gesundheitszustand befragt.
 
Als externe Forschungsstelle führt das Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung Zürich (ISGF) die Evaluationen durch und sichert den Anspruch der Wissenschaftlichkeit. Auf- grund der gemeinsamen Instrumente und Qualitätsindikatoren ist es möglich, die Ergebnis- se der Suchtberatungsstellen zu vergleichen und die Erkenntnisse in die Weiterentwicklung der Behandlungen einfliessen zu lassen. Die Ergebnisse werden nach Studienabschluss, voraussichtlich Ende 2014, publiziert.
(Quelle: Medienmitteilung der Berner Gesundheit)