Techniker Krankenkasse

Hamburg: Mehr Fälle von Alkoholmissbrauch unter Senioren

Der Alkoholmissbrauch unter Senioren in Hamburg hat in den vergangenen Jahren zugenommen. 2013 wurden hier 20 Prozent mehr Krankenhauseinweisungen aufgrund von alkoholbedingten Erkrankungen erfasst als noch im Jahr 2009. Insgesamt wurden 2013 deshalb 510 Menschen über 65 Jahren in eine Klinik eingeliefert. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) heute mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamts.

In Hamburg stärkere Zunahme als bundesweit

Ein Vergleich der Daten zeigt, dass die Zunahme der Klinikaufnahmen aufgrund von Alkoholmissbrauch 2013 in Hamburg deutlich höher war als die in anderen Bundesländern. Im Bundesdurchschnitt gab es innerhalb von zwei Jahren einen Zuwachs von lediglich acht Prozent. Auch die Anzahl der stationären Behandlungen ist in der Hansestadt überdurchschnittlich hoch: Gerechnet auf 100.000 Anwohner kamen in Hamburg 162 Einweisungen. Ebenso viele Fälle gab es im Saarland und noch mehr in Bremen (209) und Schleswig-Holstein (171). Bei rund der Hälfte aller Fälle in der Hansestadt wurde eine Alkoholabhängigkeit festgestellt.

 
Einsamkeit als einer der Gründe

"Verantwortlich für Alkoholmissbrauch im Alter sind häufig Vereinsamen und Perspektivlosigkeit. Immer mehr Menschen verdrängen ihre Sorgen dann mit Alkohol", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Dabei sind ältere Menschen besonders gefährdet, weil die Alkoholverträglichkeit mit fortschreitendem Alter abnimmt."

Beispielsweise benötigt die Leber länger für den Abbau des Alkohols. Mengen, die früher problemlos vertragen wurden, können bei Senioren schneller zu Trunkenheit führen. Weitere Probleme sind gefährliche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die die meisten Menschen im Alter regelmäßig einnehmen müssen.

Da das Ausmaß der Wechselwirkungen oft nicht absehbar ist, sollten Betroffene die Packungsbeilage der Medikamente genau lesen und vor Alkoholkonsum im Zweifel ihren Arzt oder Apotheker konsultieren.

(Quelle: TK)