Schwedische Studie:

Der Missbrauch von Alkohol und Drogen im Jugendalter erhöht das Risiko von gesundheitlichen Problemen im mittleren Lebensalter

Jugendliche die Alkohol und Drogen konsumieren, haben im mittleren Lebensalter ein erhöhtes Risiko, psychische oder körperliche Probleme zu bekommen, in Unfälle verwickelt zu werden oder in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Noch schlimmer: Sie neigen eher zu  Selbstmordversuchen und das Risiko frühzeitig zu sterben ist höher als in der cleanen Vergleichsgruppe. Das ist das Ergebnis einer Promotionsarbeit am Zentrum für Psychiatrische Forschung des Karolinska Institutes in Schweden.

Die Doktorantin Yasmina Molero Samuelson hat für ihre Untersuchung die Daten von rund 7.000 Personen in zwei verschiedenen Dekaden verglichen. Die erste Gruppe wurde bereits Ende der 60er Jahre wegen Substanzmissbrauchs an einer Klinik in Stockholm behandelt, die  andere Ende der 80er Jahre. Beide wurden bis 2002 beobachtet und mit passenden Personen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen.

Die Arbeit zeigt auch, dass es mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die eine Behandlung für ihren Substanzmissbrauch als Jugendliche erhielten, gibt. Zum Beispiel zeigten Frauen das gleiche Risiko psychosoziale Probleme im Erwachsenenalter zu entwickeln wie
ihre männlichen Kollegen. Darüber hinaus haben eine beträchtliche Anzahl der Frauen, die in der Klinik behandelt wurden, Verbrechen begangen, sowohl in der Adoleszenz als im Erwachsenenalter. Unabhängig vom Geschlecht, gehörten dazu gewaltfreie Verbrechen, Gewalttaten und stoffbezogene Verbrechen.

"Wir können sehen, dass sich bei Jugendlichen antisoziales Verhalten, durch Substanzmissbrauch und Delinquenz manifestiert und sich das Risiko für verschiedene Arten von psychosozialen Problemen im Erwachsenenalter, auch in mittleren Jahren, signifikant erhöht.", sagt Yasmina Molero Samuelson. "Dies unterstreicht die Bedeutung von frühzeitigen und effektiven Interventionen, um eine negative Entwicklung zu verhindern, die Risiken für den größten Teil des Lebens einer Person birgt."

Die Bandbreite der Probleme im Erwachsenenalter legt nahe, dass Interventionen für Jugendliche  nicht nur auf den Substanzmissbrauch abgestimmt werden sollten, sondern andere andere Lebensbereiche einbezogen werden sollten.
(Quelle: Pressemitteilung des Karolinska Institutes)