Mix aus Gegenmaßnahmen soll Alkohlkonsum von Jugendlichen reduzieren

DAK fordert höhere Alkoholsteuern

In der aktuellen Diskussion über den hohen Alkoholkonsum von Schülern fordert die DAK einen Mix aus verschiedenen Gegenmaßnahmen. "Wer den Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen spürbar senken will, muss und kann auf mehreren Ebenen handeln", sagt DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. Neben der notwendigen Prävention in der Schule und im Elternhaus müsse auch der Zugang zu alkoholischen Getränken erschwert werden. "Wir wissen aus mehreren Suchtstudien, dass junge Menschen durch Preise und Verfügbarkeit in ihrem Alkoholkonsum beeinflusst werden können", erklärt Kremer. "Es wird Zeit, dass die Politik neben den umstrittenen Testkäufen durch Minderjährige oder dem sinnvollen Verbot von Nachtverkäufen auch über höhere Alkoholsteuern in Deutschland diskutiert."

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen weise in ihrem aktuellen Jahrbuch 2010 darauf hin, dass im europäischen Vergleich das gesundheitspolitische Steuerungspotential von Alkoholsteuern in Deutschland nicht hinreichend genutzt werde. "So wird zum Beispiel bei der Biersteuer aktuell nur ein Aufschlag von weniger als 10 Cent je Liter verlangt", betont der DAK-Suchtexperte. Das sei faktisch mit der Nichtbesteuerung von Wein gleichzusetzen. Der Vergleich mit anderen europäischen Staaten zeige zudem, dass Deutschland bei den Alkoholsteuern am unteren Ende rangiere. Hier sei sicher noch Spielraum für eine steuerpolitische Debatte, um die Jugendlichen besser vor den Gefahren des Alkoholmissbrauchs zu schützen. Die Einführung der sogenannten Alkopos-Steuer im Jahr 2004 und das Beispiel Zigaretten hätten gezeigt, wie eine höhere Besteuerung in einem sinnvollen Maßnahmen-Mix den Konsum von Jugendlichen deutlich senken kann.

Nach einer aktuellen Studie der DAK und der Leuphana Universität Lüneburg trinkt sich jeder zweite 15-Jährige mindestens einmal im Monat einen Rausch an. In der Untersuchung gaben auch zehn Prozent der 12-jährigen Jungen an, regelmäßig Alkohol zu trinken. Für die Untersuchung wurden bundesweit 4116 Jungen und Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren aus 17 Schulen befragt.
(Quelle: Pressemitteilung der DAK)